Ja, die Oberlausitz ist nicht ganz im Norden, also je nach Perspektive, rockt aber auf jeden Fall auch. Deswegen schreibe ich heute über einen Kurztrip, der eigentlich noch viel länger hätte sein können. Naja. Man nimmt was man bekommen kann, oder? Kurz entschlossen eine Unterkunft im kleinen Örtchen Kromlau gebucht. Lina vom Kindergarten abgemeldet. Taschen, Frau und Kind eingepackt. Okki war in Fahrlaune und einsatzbereit. Das war dann Mittwoch. Für Marie ohne Reiseziel - sollte ja eine Überraschung werden. Lina war überraschenderweise recht entspannt. Trotz doppeltem Backenzahnangriff kuschelte sie sich in ihren Kindersitz und man konnte alsbald nur ein entspannt schlafendes Baby vernehmen. Sehr schön. Zebraschild. Nach etwa zwei Stunden waren wir am Ziel. Unterkunft ausgemacht. Ein Bungalow mitten im Wald. Urig. Aber alles da, wie wir später noch rausfinden sollten. Da ich mit einer längeren Anfahrt gerechnet hatte und wir sehr zeitig angekommen waren, beschlossen wir direkt weiterzufahren zum Rhododendronpark Kromlau.
Rhododendronpark Kromlau
Keine 15 Minuten später waren wir am Hauptparkplatz. Erstmal ein Stellplatzticket lösen, Lina marschbereit machen, dann rein in die Info. Währenddessen fuhr der Blütenexpress vor. Abfahrt? Moment, heute gar nicht. Steht auf dem Schild. Der freundliche Mitarbeiter erklärte, dass der Strassenzug gebucht war. Waggon wird aufgefüllt. Ich melde uns gleich mal vorsorglich zum Mitfahren an. Dauerte dann nur eine halbe Stunde bis die eigentliche Reisegruppe - freundliches älteres Semester - auch an Bord war. Es ging los durch den größten Rhododendronpark Deutschlands. Lina unterhielt die Damen vor und hinter uns. Wir, d.h. Marie, versuchte sie möglichst festzuhalten, ansonsten gab es 90 Minuten Schnelldurchgang durch 180 ha Park. In den Ort rein, vorbei am Ensemble Kavalierhaus, Herrenhaus und grüne Villa. Erste Station - Eisenbahn. Ja, die haben da eine eigene Schmalspurbahn, die Bad Muskau, Weisswasser und Kromlau verbindet. Und auch Abstecher in die alten Tagebaue macht. Dampf oder Diesel. Mental mache ich eine Notiz: Fahrplan raussuchen.
Dann weiter durch den Park, englischer Garten, am Richterstuhl vorbei. Stop an Himmel und Hölle, davor das kleine Fegefeuer. Kurze Gelegenheit sich umzusehen, über die japanische Brücke zu wandeln. Dann aufsitzen. An Azaleenschlucht und Rhododendronschlucht entlang und um den Eichenhügel rum. Noch nicht alles abgeblüht. Yes. Sehr schön. Vorne Halt, absitzen. Rakotzsee. Die berühmte Brücke, Rhododendren, ein Herakles und der Basaltdom. Postkartenkitsch pur. Aber irgendwie auch sehenswert. Dann ging es wieder gen Parkplatz und wir steuern von da unser Domizil an. Erstmal ausladen. Lina erkundet neugierig die Umgebung. Moment, irgendwas brauchen wir ja auch noch im Bauch. Also Okki nochmal rufen, es geht Richtung Grenze. Einkaufen und Essen. Bleibt danach nur noch entspannt den Tag ausklingen zu lassen.
Am nächsten Morgen beschließen wir nach einem guten Frühstück Azaleen- und Rhododendronschlucht noch einmal zu Fuss zu erkunden. Lina ist so leidlich dabei, aber naja. Wer um fünf aufsteht... nur kein Moos ansetzen. Papa verschwindet noch einmal schnell im Herrenhaus, dann gehts mit einer motzigen, aber bald wieder schlummernden Lina in den Park rein. Die Bepflanzung ist wirklich beeindruckend. Wir umrunden den Rakotzsee und kehren gen Mittag in unseren Bungalow zurück. Für den Nachmittag steht dann Bad Muskau auf dem Plan.
Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
Man denkt ja eigentlich erstmal an Eis, wenn man den Namen so hört, aber wirklich Ahnung hatte der Mann scheinbar vor allem von Landschaftsarchitektur und Garten. Park Babelsberg ist auch von ihm. #mussmanwissen
Direkt vor der Grenze zu Polen biegt man links ab, fährt kurz die Neiße lang und landet auf einem überschaubaren Parkplatz. Der Park ist hier noch gar nicht so sichtbar, man denkt erstmal - höh, wo bin ich hier? In dem kleinen Ort? Wo soll der hier noch hinpassen. Was man dann aber sehr schnell erlebt ist ein echtes Kleinod, das gar nicht mal so klein ist. An der alten Schmiede vorbei (da ist jetzt eine Töpferei drin) geht es weiter Richtung Schloss. Das ist halbseitig von Wasser umgeben und liegt mitten im Park. Irgendwie einfach schön. Lina macht super mit, wir lustwandeln durch den Park. Also einen kleinen Teil davon. Die Seewiese entlang Richtung Eichsee, über den Wasserfall und durch den Aubusch. Ich nehme einen Cache mit. Dann zurück, wir lassen die Jeanetteninsel links liegen, ich schaue nochmal schnell nach dem polnischen Grenzpflock. Da gäbe es auch noch ein Observatorium. Nächstes Mal. Weiter Richtung Orangerie und Vorwerk. Wir verkosten noch ein köstliches Eis (Schmand und Birne/Zitrone). Dann gehts leider auch schon wieder in unser Waldbungalow. Dort machen wir gemütlich Abendbrot, dann geht es für Lina ins Bett und wir lassen den Abend ausklingen.
Park und Schloss Branitz
Abreisetag. Ausgerechnet heute schläft Lina früh wie ein Murmeltier. Das ist mal wieder typisch. Wir frühstücken trotzdem entspannt, und ich versuche nicht allzu hektisch zu wirken beim schauen auf die Uhr. Irgendwie stand da was von 10 Uhr Checkout. Naja, das haben wir fast geschafft. War aber am Ende auch nicht wirklich ein Problem und wir konnten entspannt. Stop. Ich nehme noch einen Cache mit. Dann geht es weiter Richtung Norden (also jetzt wirklich), genauer nach Branitz. Das ist in Cottbus und das Erbschloss von Fürst Pückler. Er hatte sich ja mit Bad Muskau übernommen und sich dann auf seinen Erbsitz zurückgezogen. Und hier? Klar. Garten gebaut. Den wollten wir auf dem Heimweg ansteuern und Schloss und die Pyramiden bewundern. Haben wir auch. Der Park ist nicht ganz so weitläufig wie in Bad Muskau, aber nicht minder schön. Auch das Schloss ist etwas bescheidener. Die zwei Schlossfräulein auf der Treppe habe ich aber direkt mitgenommen. Lina war leider gar nicht gut drauf, so dass wir nur eine sehr kleine Runde gemacht haben. Vom Schloss zu den Pyramiden, der Herrmannshügel war wegen Astbruch sowieso gesperrt, und dann an der Gärtnerei vorbei zurück zum Parkplatz. Macht nix, gibt hier noch viel mehr zu sehen. Stichwort Ostsee. Oder Riesenbagger. Oder Schmalspurbahn. Glaube da muss ich nochmal planen. Erstmal Lina wieder einladen. Die Augen klappen.








