Mittwoch, 16. September 2026

Vorpommern 2026 - Im Vogelpark

 Mittwoch, Marlow

Für heute war ja eigentlich Regen vorhergesagt. Bei genauerer Betrachtung (der Vorhersagemodelle wie auch der stündlichen Vorhersage) entpuppte sich das allerdings als sehr kräftiger Regen bis etwa acht Uhr in der früh, für den restlichen Tag dann heiteres Wetter bei entspannten 18 Grad Celsius. Nix Regen. Nix alles gleich glauben. Also heute keine Indoor-Äggschn, sondern Vogelpark. Das war bestimmt was, und vielleicht auch nicht ganz sooooo viel laufen (höhö, weit gefehlt). Der Morgen zog sich etwas, ob des Regens ließen wir uns Zeit. Also etwa kurz nach fünf aufstehen. Da wollte jemand Äggschn. Mal wieder schön frühstücken. Frische Eier, direkt von glücklichen Hühnern aus dem Garten. Lecker. Die Anfahrtzeit betrug eine knappe Stunde, Okki war heute gemächlich drauf, Lina sollte ja ihren ausgiebigen Vormittagsnap bekommen. Ankunft. Nur wenige Autos. Wir parkten und zogen los. Tor Nummer 4 wurde es. Freundliche Begrüßung. Ein kurzer Schnack am Kassenhäuschen.

Ich mache es heute kurz: der Vogelpark ist sehr schön und definitiv einen Besuch wert. Auch wenn Marlow ein Vogelpark ist, gibt es andere Tiere, wie zum Beispiel Alpakas. Die Tiere und ihre Behausungen machen einen guten Eindruck und sind oft thematisch gruppiert und gestaltet. Sehr viele der Gehege sind begehbar. In irgendeinem dieser Gehege, hey Lori, finde ich heraus, dass ich auch ein Disney-Prinz bin. In einem anderen zeigt sich am lebenden Objekt, wie flauschig weich ungekämmtes Alpaka ist.

Der Rundweg durch den Park ist durchdacht und sehr gut beschildert. Die einzelnen Tiere sind gut beschrieben, es wird viel Wert auf Natur- und Artenschutz gelegt. Highlights aber sind definitiv die Fütterungen und Flugshows. Die finden zu verschiedenen Zeiten am Tag statt und werden liebevoll von den Mitarbeitern und ihren Vögeln präsentiert. 

Und Zack. Sind knapp fünf Stunden um. Keine Ahnung wie. Ein Expeditionsteilnehmer meldet Bedarf an die Basisstation. Wir brechen ab, die Geier müssen ohne uns performen. Auf dem Rundweg geht es geradewegs zurück zum Auto. Erwähnte ich schon, dass der Park irgendwie durchdacht wirkt? So endet mit vielen tollen Eindrücken und schönen Erlebnissen unser Besuch im Vogelpark.

Okki bringt uns ohne Umwege zurück zur Basis. Dort gibt es noch ein Bad, Abendbrot, und dann ins Bett. Der verbleibende Expeditionsrest lässt den Abend gemütlich ausklingen und plant den morgigen Tag.




Dienstag, 15. September 2026

Vorpommern 2026 - Hansestadt


Dienstag, Hansestadt Stralsund

Kommen wir nun zum eigentlichen Zweck dieser Veranstaltung, ich meine Reise. Besuch der alten Hansestadt Stralsund. Stadt seit 1234 (kann man sich gut merken, da freuen sich alle Schulkinder haben wir im Lauf des Tages gelernt), ist Stralsund die älteste Stadt Pommerns. Gründungsmitglied der Hanse. Reich. Backsteingotik wohin das Auge blickt, und dafür, zusammen mit Wismar, seit 2002 Weltkulturerbe. Von weither sichtbar ist die Brücke über den Strelasund nach Rügen. Dahinter, oder daneben, die blaue Schiffbauhalle der Volkswerft. Ja, das war das Ziel des heutigen Tagesausflugs. Dafür haben wir uns alle kräftig gestärkt. Also fast. Ein kleiner Nimmersatt wollte heute keinen Porridge, sondern lieber Mamas Körnerbrot mit Teewurst. Okki wurde wie jeden Tag beladen und steuerte mit tschechischer Zuverlässigkeit den auserwählten Parkplatz am Hafen an. Der lag direkt beim Ozeaneum - einer unserer Schlechtwetteroptionen - und schon auf den letzten Metern erhob sich vor uns majestätisch die Takelage einer weiß gestrichenen Bark. Ja, da kann man dann schon einmal hinschauen. Alle absitzen, entladen, und Marschbereitschaft herstellen.

Gesagt, getan, und wir starteten die Erkundung von Stralsund mit einer kurzen Orientierung am Stadthafen, wobei Papa natürlich erstmal einen genaueren Blick auf die Gorch Fock warf. Deren Besichtigung wurde allerdings vertagt. Zunächst hieß es kehrt marsch, und wir marschierten Richtung Alter Markt um die historische Altstadt zu besichtigen. Der alte Markt lag ganz im Schatten von Nikolaikirche und Stralsunder Rathaus. Aber auch der Rest am Platze konnte sich sehen lassen. Erstmal die Touri-Info stürmen und mit Kartenmaterial, sowie einem neuen Kugelschreiber ausstaffieren. Der einsame Mitarbeiter hatte jedenfalls eine Engelsgeduld mit den vor mir anstehenden älteren Semestern und ihren Problemen. Lina winkte derweil wartend von draussen. Hach, naja. Manche Dinge brauchen eben Zeit. Von hier ging es dann weiter durch die Fussgängerzone Richtung neuer Markt. Eine fast schon typische, belebte aber normale Innenstadt könnte man meinen. Ja könnte man, wenn da nicht immer wieder die Prächtigkeit einzelner Bauten, oder eine Nebenstraße runter, den Blick auf sich lenken würde.  Lina setzte sich freiwillig in den Kinderwagen. Tuch drüber. Bald gesunder Kleinkindschlaf. Sooo wichtig.

In eine der Nebenstraßen biegen wir ein und nähern uns dem Meeresmuseum. Das ist im ehemaligen Katharinenkloster, ein imposanter Bau, untergebracht und hat schonmal einen sehr netten Eindruck hinterlassen. Im Hinterkopf formulierte sich die Frage Ozeaneum vs. Meeresmuseum. Die wurde jedoch von der KI eines großen Unternehmens dessen Motto einst "Don't be evil" war schnell und kompetent beantwortet. Beide bedienen thematisch unterschiedliche Bereiche und sind konzeptionell verschieden. Aber beide sind sehenswert. Eine Renntiergang crashte in uns. We took evasive maneuvres, und bogen links weg. Kleiner Umweg, über die Frankenstraße dann aber doch zurück zum neuen Markt. Hier war Markttag, und wir schmökerten gemütlich über den Platz. Natürlich mit mittlerweile erstandener Bratwurst vom Eck. Ah, lecker. Zack, eingekauft und weggeatmet. Ein bisschen frisches Gemüse hier, ein Körnerbrot da. Und schon standen wir vor der Marienkirche. Dieses imposante Bauwerk war wohl auch schon sechs- oder siebenhundert Jahre alt und hatte einen wirklich hohen Turm. Der war wohl bis 1647 das welthöchste Bauwerk. Superlative an der Ostsee. Und auch innen konnte sich mit eindrucksvoller Architektur und Ausstattung sehen lassen.

Nach der Kirchenbesichtigung kurze Verschnaufpause. Wohin? Fünf Minuten Fussweg entfernt war die alte Spielkartenfabrik. Heute Museum. Hin da. Hier wurde industrielle Spielkartenproduktion quasi erfunden. Dass heute überall Altenburger draufsteht? Geschenkt - die Stralsunder inklusive ihrer Maschinen sind dahin quasi irgendwann emigriert, konnten wir lernen. Tolle Technik. Ich kaufe mir ein neues Skatblatt. Dann machen wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Lina wird wach. Wir machen Boxenstop in einem riesigen, zweietagigen DM-Laden. Dann geht es weiter Richtung Parkplatz, umladen. Ich buche schon einmal zwei Tickets für die Hafenrundfahrt. Strelasund, um Dänholm rum. Deutsche Land kann digital. Wir boarden eine Brücke weiter, und werden mit einer netten kleinen Bootsfahrt, etwa eine Stunde, unterlegt mit Anekdoten und Wissenswertem vom Kapitän bei bestem Wetter belohnt. Auf dem Rückweg zum Auto machen wir noch beim Töpferladen und bei der Gorch Fock halt. Jeweils mit Besichtigung. Dann ist der Tag in Stralsund auch schon um und wir back to base. 

Zum Abend gibt es leckere Nudeln. Derzeit Hoch im Kurs, und wir lassen den Abend dann entspannt ausklingen.





Montag, 14. September 2026

Vorpommern 2026 - Reise durchs Hinterland

Montag, Bad Sülze

Nachdem wir jetzt zwei “Strandtage” hinter uns hatten, und gestern auf dem Heimweg ja einiges schon geschlossen hatte, und auf der todo Liste ja auch schon was stand…

Programm für heute: eine Tour durchs Hinterland. Muss auch mal sein, und ja, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das Wetter war gut, Schlaf auch, Frühstück auch. Der Urlaubstag kann beginnen. Das Navi erhielt direkt die Zielkoordinaten für die Wunderquelle. Die war im kleinen Örtchen Kenz zu finden, eine knappe Viertelstunde entfernt. Ort und Quelle samt Maria Pomerana waren wohl schon im dunklen Mittelalter bedeutender Pilgerort, in dem auf wundersame Weise Heilung zu finden war. Der Brunnen wurde im 18ten Jhd wiederentdeckt, es entwickelte sich hier ein reger Kurbetrieb im ersten Kurbad Vorpommerns. Dieser fand erst mit dem Aufkommen der Seebäder sein Ende. Nun waren wir hier, Lina erkundete die Umgebung, ich schaue auf dem Weg zur Backsteingotik noch in die Kirche St. Marien rein. Da liegt wohl seit 600 Jahren ein Herzog und sein Kenotaph.




Weiter ging es, heute war die Schaumanufaktur geöffnet. Hier war der Bernstein. Kurz vor Öffnungszeit waren wir ausnahmsweise mal nicht die Ersten. Aber es war schon offen, also rein und die Verkaufsausstellung bewundern. Die Vorstellung ein ganzes Zimmer aus dem Material, … lassen wir das. Das liegt bestimmt in einer Kiste “Property of US Dept. of Defense” und wurde schon vor langer Zeit von einem Doktor Jones außer Landes gebracht. Oder in einem Depot in St. Petersburg. Oder sonstwo. Jedenfalls jede Menge Klunker, mit Schauwerkstatt und selbst machen. Das verschieben wir aber auf in ein paar Jahren, wenn Lina alt genug ist, und machen stattdessen weiter. Apropos Lina. Gesunder Vormittagsschlaf liegt an. 


Also fährt Okki Richtung Marlow durchs Untere Recknitztal. Irgendwie hügelig für Küste. Aber statt endloser Ackerfläche mal saftige grüne Natur. Sehr schick. Zwischenstop Pantlitz. Dorfkirche. Mordsschlüssel. Wegen Namensverwechslung nicht gesprengt. Ein Cache im “Burgwall”. Weiter geht es nach Marlow. Die Kirche, ca. 1244, evangelisch. Geschlossen. Von da weiter zum ersten der drei Schlösser: Kölzow. Ein Landhaus mit Riesenpark dran. Heute Hotel. Die Kirche des Ortes ist eine Feldsteinkirche, aus dem 13. Jhd, evangelisch. Geschlossen. Also weiter Richtung Bad Sülze. Das ist - na, klar, auch Kurort, aber mit Salzgeschichte - hat auch eine tolle Backsteinkirche, 13. Jhd, evangelisch. Und irgendwas mit Salz. Zurück zur Kirche. Geschlossen. Zunächst. Einen Schlüssel gibt es im Cafe gegenüber. Also nix wie hin. Der war schon verliehen. Aha. Ich beäuge noch kurz die Karte, da ich im Cafe auch ein Schnitzel erspähe (Mittagshunger) und wieder raus. Na, ein älterer Herr kommt mir entgegen. Schwubbs, komme ich in den Besitz des Kirchenschlüssels und fröne kulturhistorischen Werten. Danach konsultieren wir noch einmal alle die Karte und entscheiden uns, den Mittag hier im Cafe zu verbringen. Wunderbar. Und sehr, sehr lecker.





Dann geht es auch schon weiter, aus der historischen Altstadt heraus, und Richtung Salzmuseum. Dahlienshow am zweiten Septemberwochenende? Das ist zwar schon um, Okki steuert kurzerhand trotzdem den Parkplatz an, und wie besichtigen einen tollen, farbenprächtigen Dahliengarten direkt neben dem Salzmuseum (samt Minigradierwerk). Für Lina gibt es dann noch Rutschenäggschn.




Ab hier geht es gen Basis zurück. Allerdings nicht ohne noch zwei weitere Schlösser auf der Route und die Ölmühle anzusteuern. Dabei nehmen wir natürlich auch noch ein paar Kirchen mit. Wie z.B. die in Eixen. Eine Dorfkirche aus Feldstein, 13. Jhd, evangelisch. Geschlossen. Das “Schloss” in Plennin, naja. Forget it. Je nach Anfahrtsrichtung etwas schwierig zu erfahren. Google meint es da gut mit der Interpretation von “Strasse”. Und es ist irgendwie auch nicht besonders viel zu sehen, Das Ding steht leer und scheint einfach zu verfallen. Da ist das Schloss in Semlow schon etwas anderes. Erbaut im Stil klassisches Herrenhaus, ca. 200 Jahre alt, geplündert, teilweise zerstört und wieder aufgebaut. Hat allerhand erlebt und sieht, nun ja, eher schlicht aus. Na wenigstens Geschichte. Die Kirche daneben? Dorfkirche Semlow, Ende 12. Jhd, evangelisch, geschlossen. Dann eben weiter zum Schloss Schlemmin. Das sieht wirklich wie ein Schloss aus. Mit Wassergraben, schnieker Vorplatz. Heute ein Hotel mit Restaurant. Naja, dann eben zur Mühle. Die Dorfkirche in Schlemmin, 13. Jhd, evangelisch, da weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob die geschlossen ist. Ich hatte von der evangelischen Willkommenskultur für heute die Schnauze voll.



Es ging direkt weiter Richtung Mühle, noch etwas nach Mehl und Öl stöbern und dann nach Haus. Morgen steht dann Stralsund auf dem Programm!


Vorpommern 2026 - Ostsee 2

Sonntag, Fischland-Darß-Zingst

Heute haben wir unsere Ausflugszeit etwas besser nach dem Frühstück getimt, und Okki hat auch extra einen Umweg eingelegt. Lina konnte einen kleinen Vormittagsschlaf und wir die Landschaft genießen. Der Weg führte über kleine Straßen, vorbei am Wunderbrunnen und am Ostseeflughafen Stralsund-Barth. Ersteren setze ich vor dem geistigen Auge auf die Liste. Hier kommen wir sicher noch einmal entlang. Dann ging es wieder Richtung Bodden. Wiederum ließen wir Barth hinter uns und die Fachwerkträgerbrücke erscheint vor uns. Aber vorne Halt. Rote Leuchten, Schranken die sich absenken. Da wird doch wohl kein Kahn langschippern? Doch, wird. Lina schläft. Mist, wir müssen sowieso halten. Ich steige aus und gehe den Fußgängerteil bis ganz nach vorne. Langsam hebt die Hydraulik die Fahrbahn. Aus östlicher Richtung kommt ein Segler mit Hilfsmotor. Zwei Mann an Deck, das Boot gleitet elegant durch die Fahrrinne. Kaum durch beginnt sich die Fahrbahn wieder zu senken, und ich mache zurück zu Okki. Weiter Richtung Prerow. Das ist ein Ostseebad auf dem Darß, und da der Anblick irgendwie so terroristisch wie Zingst war, beschlossen wir hier einfach mal nur durchzufahren. Darßer Leuchtturm und Nothafen auf die Ersatzliste. Stattdessen ging es weiter nach Ahrenshoop.





In Ahrenshoop suchten wir uns einen schicken Parkplatz. Kein Problem, auch dieser Ort triefte vor Strandtourismus. Und vor Kunst. Und angeblich gab es hier noch historische Landesgrenzen. Triumph! Schicker Wagen. Okki hielt gleich gegenüber. Augenkontakt. Von hier aus wollten wir die Hohe Düne erwandern. Linas Buggy betriebsbereit, Snacks und Getränke eingepackt. Lilly auch. Es wurde letztlich nur ein schöner langer Spaziergang, hin und zurück etwa zwei Stunden. Vom Kunstmuseum den Weg zum Hohen Ufer entlang, die Aussicht auf der Hohen Düne genießen. Ja, hier pfiff der Wind. Der Wellenbrecher unter uns war definitiv gut angelegt. Dann südwärts, oberhalb des Strandes die Küste entlang durch Ginster, vorbei an verkrüppelten Kiefern und Lebensgefahr-Schilder. Der Weg war gewissermaßen eine Touriautobahn, nicht zu voll, und immer mal wieder Zweiräder. Auch mit Cheaterausstattung. Auf halbem Wege trennten sich unsere Wege kurz in Pause und Besteiger des Bakelbergs. Das ist mit 17,9 Metern die höchste Erhebung auf dem ganzen Fischland-Darß. Lina und ich konnten diese Höhe unter größten Anstrengungen bezwingen. Naja, dann ging es weiter, Richtung Wustrower Strand. Hinweisschilder für alte NVA Bonker. Absperrungen, Lebensgefahr. Da müsste man klettern. Das war leider nicht drin. Kurze Zeit später dann aber das Ziel und ein toller Ausblick auf die Hohe Düne. Lina war ab hier eher mit Lilly beschäftigt.





Wir machten ein paar Fotos, dann ging es zurück. Die Zeit schritt voran, und wir nahmen noch einen Cache mit. Am Auto war einstimmig Wunsch nach Mittag. Nur wo zum Kutscher? Wir wählten einen Futtertempel in der Nähe und ab ging es. Den erreichten wir nach circa fünfzehn Minuten, es gab lecker Steak, Dorsch und Nudeln mit Jagdwurst. Man muss ja früh an die Klassiker der Küche heranführen. Auch den Rückmarsch konnten wir hier plotten. Noch ein paar mal gerutscht (erraten, den Spass gab es nicht für Mama und nicht für Papa) und dann ging es über Ribnitz-Damgarten heim. Kurzer Stop an der Schaumanufaktur. Irgendwas mit Bernstein. War wohl lokal ein Ding. Aber zu. Also weiter. Gut Behrenshagen? Mitgenommen. Eigentlich ein kulturhistorischer Exkurs für Papa, gab es dann Kürbisse zu bestaunen und jede Menge Kastanien zu sammeln. Danach ging es über die schon geschlossene Ostseemühle heim, dort stand zum Sonntagsabschluss noch ein Würstelgulasch auf dem Programm. Stop. Vollbremsung. Da waren sie. Die Kraniche. Ein ganzes Feld voll. Der Heimweg, ansonsten ereignislos, wurde unterbrochen, um diese Vögel des Glücks, der Wachsamkeit, der Klugheit zu bewundern.







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Samstag, 12. September 2026

Vorpommern 2026 - Ostsee 1

Samstag, Fischland-Darß-Zingst

Nach einer erholsamen, wenngleich kurzen Nacht schritten wir direkt zur Tat und begannen den Morgen mit einer adäquaten, d.h. kräftigen Stärkung. Während Lina den Küchentisch abräumt, prüfe ich die Wetterkarte. Sieht eigentlich ganz brauchbar aus. Nach kurzem Gespräch, will sagen, einem “Schatz, fahren wir dann da hin”, nicke ich, die gestrige Zielsuche dunkel im Hinterkopf. Das hieße ja, es geht in Richtung Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Genauer gesagt wollen wir das Ostseeheilbad Zingst besuchen. Also keine Regensachen, aber doch, nun ja, winddicht. An der Küste könnte es ja durchaus windig sein. 


Okki war schnell beladen, Lina eingepackt, und so ging es kurz nach neun Uhr los. Die Fahrt dauerte nur knapp eine halbe Stunde. Mein erstes Highlight war die Meiningenbrücke, eine Fachwerkträgerbrücke. Diese insgesamt 470 m lange Brücke besteht unter anderem aus einer Strombrücke und einer Drehbrücke und verbindet den Zingst mit dem Festland. Leider nicht befahrbar und Parkplätze waren jetzt auch nicht wirklich da. Also weiter, Richtung Heilbad. Dort hat Okki einen zentralen Stellplatz ergattert. War irgendwie gar nicht schwer. Nix los in der Nebensaison? Lina hat sich jedenfalls pünktlich drei Minuten vor Ankunft zum Powernap durchgerungen. Ah, da kommt es nass von oben. Perfekt. Als das rum war, war auch der Powernap beendet und es ging direkt erstmal Gegenstände des täglichen Bedarfs shoppen. 



Der weitere Fussweg führte gen See. Vorbei an verlassenen Ferienhäusern, ein paar kleinen Läden und jeder Menge Gastronomie. Am alten Rettungsschuppen und der Oysterbar vorbei Richtung Seebrücke. Da war jede Menge Stimmung. Aber immer noch erstaunlich wenig los. Naja, wir rauf auf die Brücke. Nicht so weit wie letztes Jahr aber auch schick. Und jetzt auch ordentlich windig. Lina freut sich über die entgegenkommenden Vierbeiner - und den Wind. Am Ende ist die Tauchgondel gerade in Wartung. Wir genießen die gute Seeluft und schauen aufs Meer. Dann geht es zurück. Der Magen meldet sich. Es wird merklich voller. Am Fuss der Seebrücke merken wir auch warum. Da sind zwei Busladungen Bazis ausgekippt worden. Naja. Wir senken den Altersschnitt, ohne Lina in der Rechnung zu berücksichtigen, schon um 20 Jahre. Kurzer Abstecher zum örtlichen Teedealer. Kuchen nur vor Ort? Wir beschließen ein gutes Mass zurückzulaufen und, beim Klabautermann, dort einzukehren wo wir Kartoffelpuffer auf der Karte gesehen hatte. Ansonsten gab es Räucherlachs und vorpommersches Weideschwein. Nach einem guten und erstaunlich erschwinglichen Mahl ging es zurück. Sanddorn und Kuchen.



Mittlerweile war früher Nachmittag und die Quantität der terroristischen Dimension vor Ort voll abschätzbar. Wir beschlossen zum Wagen zurückzukehren und eine Vogelbeobachtungsstation Richtung Kirr, eine Insel im Bodden vor Zingst, anzusteuern. Vielleicht konnte man da auch noch ein paar Meter gehen. Gesagt getan, kurze Fahrzeit, halt auf dem Schwarzen Netto Parkplatz. Lina macht Mittagsschlaf. Wir auch. ;) Eine Dreiviertelstunde später sind wir wieder marschbereit und es geht Richtung Nationalparkaussichtspunkt. Der war leider eine Baustelle, das Vogelbeobachtungshäuschen daneben gab es noch. Durch die Optik ein paar Blicke geworfen. Viel Radverkehr. Statt Spazierenzugehen kehren wir deshalb um, und machen in Anbetracht der Zeit auf gen Basis. Dabei passen wir noch die kleine Stadt Barth ab. Hier gibt es eine leider schon verschlossene Kirche, und einen schönen kleinen Garten.




Freitag, 11. September 2026

Vorpommern 2026 - Die Anreise

Freitag, Altenpleen

Irgendwie fehlte dieses Jahr noch ein bisschen Urlaub. Und Stralsund soll ja sehr schön sein. Aber terminlich? Nun, es hat geklappt. Mitte September. Wetterbericht einigermaßen leidlich. Frage: Spielt der Kitaschnupfen mit. Knappe Antwort. Jawoll. Spielt er. Aber von vorn. Aufgrund diverser anderer Thematiken war das mit dem buchen dieses mal sehr knapp. Und eigentlich wollten wir ja direkt in Stralsund City locaten. Oder wie man das heutzutage nennt. Bei der Suche nach einem geeigneten Domizil fanden wir allerdings etwas außerhalb Richtung Barther Bodden eine sehr schicke wie auch erschwingliche Ferienwohnung.


Tja, und heute war es dann soweit. Nach knapp drei Stunden Fahrt, auf der BAB 11 und 20, vorbei am Schiffshebewerk und durch die Uckermark, an der Metropole AT und die Hansestadt Greifswald rechts liegen gelassen bis kurz vor Rügen. Stralsund. Gut, da nehmen wir dann erst einmal die Umgehung und zack, kommen wir auf engen Alleen direkt ans Ziel. Das waren die zwei Drittel nach “raus aus Baalin”. Gepflegter Garten, Parkplatz auf dem Grundstück. Ruhe. Sehr schön. Ein freundlicher alter Herr begrüßt uns und geht nach der Chefin schauen, unsere Vermieterin zeigt uns die Wohnung. Schick. Alles da. Dahinter Hühner. Wir räumen den braven Okki erst einmal leer. Lina mault, dass sie ihre Schuhe wieder anziehen will, um in der Bude rumzurennen. Gibt es nicht. Kurze Planung: Direkt nochmal los, Richtung Bodden. Dann einkaufen und Essen gehen.


Wir zäumen Okki also wieder auf, ich meine schnallen Lina wieder in ihren Sitz - der muss demnächst mal neu, glaube ich - und machen los. Zehn Minuten später halten wir an einem kleinen Parkplatz am Hafen Zühlendorf. Schön angelegt, Sitzmöglichkeiten, Überdachung, sogar einen Grill. Es gibt einen kleinen Bootshafen und Sitzgelegenheiten, um aufs Wasser rauszuschauen. Wir entscheiden uns für den Weg auf der schnuckeligen Küstenschutzanlage. Naja. Lina entscheidet sich dafür, getragen zu werden. Auch gut. Bei 20°C und heiterem Wetter machen wir einen kleinen Spaziergang den Bodden entlang. Irgendwann fängt Lina an zu quengeln und wir entscheiden uns ob der Zeit das Gasthaus zu verschieben, einkaufen zu gehen und im Domizil Abendbrot zu bereiten. Da ist das Bett näher. Zurück zum Parkplatz, da nehme ich noch einen Cache mit.








Der nächste Supermarkt ist einen Umweg entfernt. Den steuern wir an. Der Weg führt durch Kummerow. Nein, nicht das von Ehm Welk. Und da sollen wir auf diese einladende, einspurige Ostblockagrarbetonplattenstrasse einbiegen? Ich halte. Der entgegenkommende Einheimische nickt freundlich und sieht gerade noch meine Aufforderung zur verbalen Interaktion. Ich hatte das Fenster runtergekurbelt. Nein, da ist keine Baustelle mehr. Jut, sag ich. Und wende um auf der Bundesstraße zu Netto zu fahren. Geht doch auch. Ist sogar 5 Minuten schneller als Onkel Google. Nach einem opulenten Einkauf geht es heim. Abendessen. Dann kommt Lina nach einem kurzen Bad tatsächlich schnell dahin wo sie eigentlich hin will. Und wir planen die kommenden Tage… 



Dienstag, 4. August 2026

Denmark/Sweden 2026 13. Tag: Burger, endlich Burger

 Letzter Tag :( :(. Wir schlafen alle aus und lassen uns mit dem Frühstück viel Zeit. Wieder ist Chillen angesagt, die Subs werden nochmal zu Wassergelassen, einige gehen Blaubeerensammeln und Andreas, Anne, Caja und ich wollen in den Wald wandern. Wir laufen recht ziellos durch den Wald bis wir feststellen das regelmäßig weiße Bändchen den Weg markieren. Ha der weiße Wanderweg führt in großem Boden um das schon große Camp. Unterwegs begegnen wir den Blaubeersammlern. Caja entscheidet sie wechselt zu Team "Blaubeer". Wir watscheln weiter und beenden unsere Runde nach ca 1,5h. Die ersten Abbauvorbereitung beginnen, die Vorzelte werden schon mal verpackt denn morgen geht's leider wieder heim...

Am Abschlußabend soll es Burger geben. Steve, Michi und ich düsen mit Quaddel zu ICA und holen alle Zutaten. Nach den Schnippelarbeiten und dem Grillanheizen geht es dann recht zügig. Mächtige Burger mit Spiegelei on top wandern in unsere Mägen, megalecker ;)