Donnerstag, 10. Juli 2014

Norge 2014 - Sonniger Abend in Larvik

Nach dem Stress beim Zoll fahren wir nur wenige Minuten durch kleine Vororte von Larvik zum Gon Campingplatz. Dort suchen wir eine Rezeption. Das einzige in Frage kommende Gebäude am Eingang ist aber definitiv ein Imbissstand und ein gut frequentierter noch dazu. Also reihen wir uns brav in die Schlange der Fastfoodjünger ein. Burger, Pommes, Eis. Irgendwann können wir den Burschen an der Friteuse durch das Fenster sehen und wir sind uns einig, dass er italienische Kassiererinnen unter seinen Vorfahren haben muss (siehe Italien 2014). Pizza, Kebap, Pølser.
Schließlich sind wir an der Reihe und bestellen uns eine Zimmerreservierung.
Das Zimmer im Obergeschoß eines großen Hauses ist einfach aber okay. Wir beziehen Quartier, kochen uns Ravioli in der offenen Küche die unten im Haus ist und machen einen Rundgang über den Zeltplatz. Die meisten Wohnwagen-Vorzelt Kombinationen ähneln kleinen Villen.
Den Rest des Abends genießen wir die Abendsonne und die sommerliche Atmosphäre nordischer Entspannung bei einem durch deutsche Fußballfanware getarntem deutschen Bier (-> Alkoholverbot in der Öffentlichkeit) direkt vor der Treppe unseres Hauses.
Als die Sonne dann untergegangen ist bleibt die Temperatur bei angenehmen ca. 20°C und als wir schließlich kurz vor 23Uhr in die Betten springen herrschen oben im großen Holzhaus auch erträgliche Schlaftemperaturen. Ein letzter Check im Internet zeigt uns das im zweiten Halbfinale zwischen den Niederlanden und Argentinien in der ersten Halbzeit keiner ein Tor geschossen hat. Das ist doch nun wirklich nicht so schwer ... ;oP Mitten in unserer Fußball Diskussion übermannt uns der Schlaf.
Als ich 0:42 von der Toilette zurückkommen, kann ich nicht widerstehen und greife zu meinem Smartphone. Der Liveticker sagt mir Elfmeterschießen. Der erste Niederländer hat versagt und Messi eben getroffen. Im dunklen verfolge ich gespannt wie die Argentinier treffen und Snejder's Ball gehalten wird. Als es dann vorbei ist entfährt mir wohl ein kleiner Jubelschrei. Jedenfalls verkünde ich Daniel dann auf Nachfrage das Ergebnis. Wir sind zufrieden und sinken wieder in die Kissen.
Gute Nacht Daniel. Gute Nacht Andreas. Gute Nacht Sören. Schlaf gut John Boy!
Dann kehrt Ruhe ein.
Nur in der Ferne wimmert noch irgendwo auf dem Platz ein Holländer...

Oder ein Argentinier...

Mittwoch, 9. Juli 2014

Norge 2014 - Spannende Episode beim Zoll

Vorhin wurden wir doch tatsächlich bei der Zollkontrolle in Norwegen rausgefischt. Wir waren gerade höchst gutgelaunt bei 28°C und Sonnenschein von der Fähre gerollt als wir "rausgesucht" wurden. Dann mussten wir in der Sonne im Auto fast 30min warten bevor wir in die Zollstationsgarage fahren konnten. Wir befürchteten schon, das wir nun das komplette Auto ausräumen müssen. Doch zunächst kam ein sehr ernst dreinblickender Zivilbulle daher und stellte einige Fragen. Woher, wohin was habt ihr evt. dabei was euch hier zum Verhängnis werden kann. Dann wurde mir als Fahrer des PKW's klar gemacht, das ich verantwortlich dafür bin was sich in meinem Auto befindet und ob das allen klar ist.
Anschließend wurde Daniel noch zu einem hochnotpeinlichen Einzelverhör in einem separaten Raum gebeten. Als er mit Tränen in den Augen wiederkam , wollte er nicht darüber sprechen was vorgefallen war. Aber immerhin konnten wir dann weiterfahren. Danke Daniel. Du hast dich für uns geopfert ;oP ...


Norge 2014 - Kurzer Cacherausflug zum Leuchtturm von Hirtshals

Nun konnten wir auch unsere ersten zwei dänischen Caches loggen. Außerdem kamen beim Besuch des Leuchtturms und des Bunkermuseums alte Erinnerungen hoch an schon länger zurückliegende North Rockz Touren.



Norge 2014 - Ein Fußballfest in Århus

Mit einer Mischung aus ungläubigen Staunen und riesengroßer Freude haben wir in unserem Zwischenquartier die Übertragung des Halbfinales der Fußballweltmeisterschaft zwischen Brasilien und Deutschland verfolgt. Meine Herren 1:7 !!!
Was für ein Spiel!

Sonntag, 6. Juli 2014

Norge 2014 - Bald gehts wieder in den Norden

Bald brechen wir wieder auf in den Norden. Wir haben zwei Hytta's bei Etne gebucht und werden wie üblich bei der Anreise vorher noch etwas durch die Lande tingeln.
Etwas ist jedoch anders diesmal. Wir haben uns entschlossen die Anreise getrennt in 3 Gruppen/PKWs zu unternehmen. Jeder kann so nach seinen Vorgaben und Notwendigkeiten agieren. Ich schätze, dass wir uns so auch gleich jede Menge zu erzählen haben, wenn wir uns dann an den Ferienhäusern treffen.
Unser "Team", bestehend aus DG, Andi und mir startet am kommenden Dienstag am frühen Nachmittag und wird wenn alles glatt geht bei Aarhus in Dänemark übernachten, bevor wir am nächsten Tag von Hirtshals mit der Fähre nach Larvik übersetzen.
Vielleicht können wir an unserem ersten Abend auch unserer Nationalelf am TV zujubeln.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Italien 2014 - Siena

Nach dem wir am Vortag uns nur der Muse gewidmet hatten stand uns heute der Sinn wieder nach etwas Kultur.
Darum haben wir für heute Siena als Ziel ausgesucht. Leider habe ich immer noch ein gespaltenes Verhältnis zu meinem Navi und so landen wir nicht in dem angepeilten Parkhaus sondern in einem anderen. Nun das stellt ja keinen Beinbruch dar und wir finden trotzdem unseren Weg auf den Piazza del Campo im Herzen der Altstadt. Der Platz ist relativ leer, was auch daran liegen mag das es heute etwas bedeckt ist. Kurz lassen wir den großen schräg gelegenen Platz und den angrenzenden "Pallazo del Publicco"
mit dem sehr hohen Turm dem "Torre del Mangia" auf uns wirken und stellen uns vor wie hier Pferd und Reiter zweimal im Jahr für die Ehre ihres Stadteils beim sogenannten "Palio di Siena" Kopf und Kragen riskieren.







Wir vereinbaren uns hier in etwa zwei Stunden wieder zu treffen und teilen uns wieder in zwei Gruppen. Ich schließe mich heute mal der reinen Kulturgruppe an und wir traben zunächst in Richtung des Duomo. Wir erreichen das mit weißem und dunklem Marmor im Streifenmuster verkleidete quasi am Kellergeschoss. Wegen der Hanglage ist die Taufkapelle integriert und nicht wie üblich solo. Sie befindet sich unter dem Hautchor des Doms. Links neben dem Bauwerk gelangt man über eine Mamortreppe auf den höher gelegenen Hauptplatz. Außerdem läuft man am oberen Treppenende unter den beeindruckenden Resten des "Duomo Novae" hindurch. Der Plan eines deutlich größeren Doms wurde auf Grund von Finanzierungsproblemen und der Pest die in der Stadt wütete aufgegeben. Ich muss ehrlich zugeben, das ich große Zweifel habe ob der Umbau in dieser Form überhaupt funktioniert hätte. Der jetzige nicht gerade kleine Bau hätte dann "nur" das Querschiff des neuen Duomos gebildet!
Wir schlendern weiter um das Bauwerk herum und bestaunen das reich mit Figuren und Ornamenten verzierte Hauptportal und den hohen einzelnen Campanile. Das hat sich die Stadt seinerzeit wirklich was kosten lassen. Anschließend kaufen wir ein Ticket und besichtigen das Innere des Kirchenbaus. Hier herrscht der typische katholische Prunk. Es gibt riesige Gemälde an den Wänden Reliefs  und Statuen von unzähligen Päpsten, sowie wunderschöne Fußbodenmosaiken aus verschiedenfarbigem Mamor. Seit meinem letzten Besuch wurde die Beleuchtung deutlich verbessert und man kann nun alles Details sehr gut erkennen. Zusätzlich scheint durch zahlreiche farbige Mosaikfenster das Sonnenlicht herein.
Wir werden vom Besucherstrom mitgezogen und machen so unfreiwillig eine Art Rundgang mit.Am Ende spuckt uns der Duomo wieder aus und wir stehen geblendet vom Tageslicht wieder vo r dem Hauptportal. Wir suchen uns einen ruhigen Ort an der Flanke des Hauptschiffs und Susi liest uns einige erklärende Details zum eben gesehenen aus einem Reiseführer vor. Wie immer sind allein die Bauzeiten der verschiedenen Ausschmückungen faszinierend. Wie Menschen so lange hingebungsvoll an etwas bauen können ohne gar am Ende die Vollendung zu erleben.
Als die Anzahl der Künstlernamen und Jahreszeiten die der Füllwörter überschreitet bricht Susi die Lesung gnädigerweise ab und wir marschieren weiter.
Etwas orientierungslos irren wir durch diverse Gassen und landen am Ende wieder direkt neben unserem Parkhaus. Da wir aber am "il Campo" verabredet sind ist der große zentrale Platz unser eigentliches Ziel. Dort angekommen warten wir an der Stelle wo wir uns getrennt hatten auf die Cacherfraktion die sich aber nicht blicken lässt. Nichtsahnend, dass auch die Cachergruppe schon an anderer Stelle am Platz auf uns wartet traben wir ganz langsam in Richtung einer Pizzeria und genehmigen uns eine Handpizza. Als wir uns endlich gegenseitig finden herrscht eine gewisse einseitige Verstimmung und Omaauch der Besuch einer Gelateria kann die Wogen Bucht glätten.
So machen wir uns sofort auf den Heimweg und verbringen den Rest des Tages auf der Terrasse.
Beim Abendbrot ist die Stimmung zum Glück dann schon wieder etwas besser.

Montag, 5. Mai 2014

Italien 2014 - Volterra

Heute auf dem Kulturprogramm: Volterra. Eigentlich ganz ähnlich wie San Gimignano gelegen bietet Volterra neben den Renaissance und Mittelalterbauten aber auch die Ruinen eines römischen Amphitheater aus dem ersten Jahrhundert vor Christi und diverse Zeugnisse der etruskischen (vorrömischen) Gründerzeit. 
Wie mir Susi erklärt hat gibt es in Volterra auch Vampire. Zumindest laut Hollywood. Leider bin ich was die Gattung Nocturnus  angeht nicht so bewandert. Allerdings halte ich ein dermaßen erzkatholisches Land wie Italien, wo sogar bei jedem Rauhaardackel ein eigenes Kreuz am Halsband und zusätzlich auf der Hundehütte prangt für ein denkbar ungünstiges Pflaster für dererlei Blutsauger. Man bedenke auch die starke Konkurrenz in den oberen politischen Ebenen des Landes. Dazu kommt noch das praktisch jedes Lebensmittel hier einen nicht unerheblichen Knoblauchanteil besitzt. Man sollte eigentlich glauben das Italien das letzte Land ist wo man als Vampir sein möchte, aber gut sowas hat die Pipularmedien ja noch nie gestört. Ich erinnere mich das der überwiegende Teil der Erinnerungsrückblenden bei "Highlander" (sowohl Film als auch Serie) in Frankreich zu Zeiten der französischen Revolution spielten. Auch dies wäre der letzte Platz wo ich mich als nur Fast-Unsterblicher aufgehalten hätte. In jenen Zeiten war die Guillotine in Frankreich fast so regelmäßig in Gebrauch wie heute der Flaschenöffner in einer Innenstadt Imbissbude. Kein Ort um nicht den Kopf zu verlieren.
Aber zurück in die Realität!
Es gibt natürlich auch in Volterra den ein oder anderen Geocache. Daher trennen wir uns auch bald in zwei Gruppen auf. Eine reine Kulturgruppe und eine Cachegruppe. Wie immer bringt aber auch das Cachen einen nicht unerheblichen Kulturbeitrag mit sich, da man immer wieder aus erst interessante Ecken findet und oft auch durch die Texte zu den Lokalitäten einiges historisches erfährt. 
Oberhalb des bereits erwähnten Theatro Romanum treffen wir uns wieder und kehren in einer kleinen Bruschetteria ein um uns etwas zu stärken. Anschließend gehen wir noch gemeinsam auf die Jagd nach den letzten zwei Caches und auch das Eis des Tages darf nicht fehlen. 
Bevor wir jedoch zurück zu unserem ruhigen Hausidyll fahren müssen wir uns einmal mehr in die stressige italienische Supermercato Vorhölle begeben. Danach wird es noch dramatischer als ich meinem durstigen schwarzen französischem Löwen etwas Diesel zu trinken gebe. Ich beschränke mich auf 30 Liter und kann nur mit äußerster Beherrschung meine Tränen an der Kasse zurückhalten als ich dafür über 50 hart erarbeitete Euronen über den Tisch schieben muss. Und ich hatte die Treibstoffpreise in Skandinavien für ziemlich teuer gehalten!
Doch aller Schmerz verfliegt recht schnell beim abendlichen Glas leckerem Vino Bianco und einem grandiosen Sonnenuntergang.

Fotos folgen...