Mittwoch, Nähe Storekvina
Heute war früh aufstehen angesagt, es sollte nach Stavanger gehen. Die Stadt Stavanger gilt auch heute noch als das Zentrum der norwegischen Erdöl und -gasindustrie. Stadtrecht gab es recht früh, wohl Dank der Kirche schon im 12. Jahrhundert, das Marktrecht folgte im 15. Jahrhundert. Irgendwann im 19. Jahrhundert kam dann Industrie, 1972 Statoil und das Oljedirektoratet, die Norwegische Ölbehörde. Der Rest ist Geschichte. Aber wir waren ja bei früh aufstehen. Der Wecker hat schon um 0900 geklingelt, zügig ging es ans Frühstück, Herstellung der Marschbereitschaft. Abfahrt dann um 1015. Sportlich. Siggi war nur in leidlich gutem Zustand, das lag aber vor allem an der niedrigen Moral mangels Einsatz. Quaddel durfte im Gegensatz dazu ran, war auch nicht ganz zufrieden. Vmax war ja wieder nicht dreistellig. Vor uns lagen entspannte knappe drei Stunden Fahrt auf der E39.
Stavanger, Oljemuseum
Parkhaus mitten in der Innenstadt, keine Schranken, Videoüberwachung. Bei schönstem Sonnenschein stiegen wir aus, unser erstes Ziel war nicht weit. Das Norsk Oljemuseum. Das moderne Gebäude stellt eine architektonische Interpretation des norwegischen Gebirges, der offenen Küste und Ölplattformen im Meer da. Wir erwerben Tickets, und hinein geht es. Das Museum ist didaktisch modern, und die Thematik sehr ansprechend aufbereitet. Verschiedene Stationen laden zum mitmachen ein. Los geht es am Petrorama mit Geschichte, genauer gesagt internationaler Rechtsgeschichte 1958, der beginnenden Suche nach Öl, den ersten Funden, der Entwicklung und Industrialisierung. Auch Unfälle, Transport, Handel und globale Aspekte werden anschaulich beleuchtet. Danach bewundern wir die Entstehung von Öl, verschiedene Modelle von Bohrinseln und Schiffen. Besonders beeindruckend sind z.B. Statfjord B (1:33; exakte Kopie mangels CAD Modell zur Funktionsprüfung für die bauenden Ingenieure) oder Troll A (1:100; die größte Condeep die Norwegen je erbaut hat). Bohrkronen, Rettungskapseln, Taucherglocken und das Bohrdeck. Zum Abschluss tauchen wir noch in die Tiefe ein - genauer eine fantastische Lichtinstallation die die Förderung unter Wasser aufbereitet.


Stavanger, Hafen und Gamle Stavanger
Das Wetter hält und wir schlendern durch die Innenstadt Richtung Hafen. Gamlestavanger nehmen wir auch gleich noch mit. Davor jedoch kehren wir kurz ein, nehmen einen Imbiss zu uns. Bis zum Abendbrot dauert es ja noch ein wenig. Highlight im Hafen ist eine Elektrofähre zum Pleikestolen - 2.5h Fahrtzeit - ein Punkt fürs nächste Mal. Gamlestavanger schließt sich direkt an und durch kleine weiße Häuschen machen wir einen Spaziergang. Lächeln. Videoüberwachung. Zurück zum Auto ging es wieder am Hafen entlang, diesmal dann allerdings Richtung Dom. Leider noch bis 2025 eingerüstet. Schade. Aber auch hier ein Argument noch einmal vorbeizuschauen.
Rückweg. Irgendwo am Lundevatnet
The Transporter verweigert Quaddels Fahrt auf dem Tronåsen wegen mangelnden Bergschlappen. Am Geopark halten wir trotzdem kurz und genießen die schöne Aussicht. Auch ans Ende, Bakke Bro, fahren wir nochmal hin. Eine Hängebrücke erbaut 1844. Andi merkt die Verwendung von Torxs in der Oberflächenbeplankung an, während im Fluss unter uns ein Angler erstmal gepflegt einen Fisch rauszieht. Hier wäre wohl der eigentliche Endpunkt der Draisinenstrecke? Der Rest der Heimfahrt verläuft ereignislos, Bierstopp, Abendbrot. Morgen Draisine ab Flekkefjord.