Mittwoch, 31. Juli 2024

Sverige 2024 - Die ersten beiden Tage

1. Tag

 Nach einer ruhigen Nacht Wildcamping nahe Karlshamn wurde einhellig entschieden das Frühstück vom Parkplatz auf die nahegelegenen Felsen in der Ostsee zu verlegen. Gesagt getan, alles Nötige zusammen gepackt und Abmarsch. Unterweg kurzer Knall, Silvio rutsche aus, stürzte und seine gefüllte Kaffeetasse zerschellte auf dem Felsen. Puh, der Silvio ist Gott sei dank heil geblieben, das wäre es ja gewesen offene Unterarmfraktur am ersten Tag. Wir frühstückten bei schönstem Sonnenschein und beschlossen nocht etwas länger am Ort zu verweilen, also wurde die Angelausrüstung nachgeholt. Hmmm gefangen haben wir leider nix. Gegen 14:00 brechen wir auf und die neue Desti ist Ronneby Havscamping. Schöner Campingplatz an der Ostsee wir entscheiden eine Nacht zu bleiben und bauen auf. Zum Abendbrot bruzelt Stefan unter Schnippelmithilfe von mir und Silvio eine Hammerleckere Kartoffelsuppe. Andreas bereitet einen gemischten Salat zu, Kartoffelsuppe mit Porree und Mohrrüben ist er nicht, selber Schuld. Die Erwachsenen bleiben nicht lang auf und gehen früh zu Bett, ich gehe bewaffne mit Bier und Stuhl noch an den Strand und bewundere den Sternenhimmel bei wolkenlosem Himmel.


 

2. Tag

Wir werden in unseren Zelten von der Morgensonne zum Aufstehen fast gezwungen. Stefans erste Amtshandlung Solarpanel aufstellen um die Powerstation mit Elektronen zu füllen. Er runzel nach dem Aufbau seltsam mit der Stirn und streift um die entsprechenden Anlagen herum. Seine Er wirkt etwas ratlos denn die Powerstation zeigt trotz ballernder Sonne 0 KW Ladestrom. Shit. Powerstation tiefenentladen sie muß mit dem Kaltgerätekabel ans 230er Netz. Das wurde aber nicht mit genommen und auch im Quaddel, in dem Dank meiner bescheidenen Ordnung oft das eine und/oder andere Utensil zu finden ist, leider nix. Shit again. Ich schlage vor an der Rezeption zu fragen und mache mich mit einem Foto des Kaltgeräteanschlussen auf den Weg. Die doch recht jungen Damen an der Rezeption meinen erstmal sowas haben wir nicht. Ich hake nach und frage wer mir den helfen könnte und sie schicken mich in den Nassbereich zum Janitor/Hausmeister. Den fand ich schnell kniehend und stark schwitzend beim Reparieren einer Steckdose. Ich zeigte ihm das Foto, er überlegt und überlegt und sagt dann ich soll in 15min wiederkommen er baut das vom Drucker der Rezeption ab. Unser Held an diesem Tag. Stefan und ich gehen mit der Sation zur Rezi und erhalten das heilige Kabel. Im Anschluss  läd Stefan im SanBereich die Staion auf 15% auf, den Rest macht dann wieder die Sonne. Die Probelmanalyse ergibt Fehlbedienung, die Sation kann  kann so eingestellt werden das wenn sie unter einen Ladezustand fällt alle angeschlossenen Abnehmer getrennt werden. Wieder was dazugelernt. Dann bauen wir ab und machen die Stellplätze frei. Die Kinder wollen unbedingt noch zu einem See auf einer fußläufigen zu erreichenden Insel wo man von bis zu 10m hohen Felsen ins Wasser springen kann. Die Erwachsenen rätseln um die Herkunft des Sees, der Name verrät es dann, es war mal ein Steinbruch. Alle haben einen tollen Badespass und springen auch von bis zu 6m hohen Klippen außer Andreas und meine Wenigkeit denn das M in meinem Namen Torsten steht für Mut.

Nach dem Badespaß geht es weiter nach Törestorps Camping, der wird für nicht genehm befunden und wir fahren weiter nach Häljanäs Badplats. Nach dem wir angekommen sind und aufgebaut haben interesiert sich ein Nachbar aus Berlin für die Solarpanels und man kommt ins Quatschen. Auch ein Däne neben uns ist sehr gesprächsfreudig und wir unterhalten uns über die ehemalige DDR. Stefan bruzelt Wurst und Zwiebeln dazu gibt es Nudel und Pesto, super lecker ;). Dann schnapt sich Steffi die Klampfe und wir zeihen um an Lagerfeuer und trällern ein paar Lieder. Auch der Däne, der btw. sehr gut deutsch spicht ist mit seiner Gattin und einem berliner Motoradpärchen am start. Der Däne hat eine Stiege Bier mitgebracht und ist schon so redsehlig das er allen welches anbietet, ich mache mich also ans Werk ;). Die Gespräche zur Völkerverständigung sind vielfälltig und dauern. zu späteren Stunde will sich der Däne noch ein Pils aufmachen, tja er kannte meinen Fleiß diebezüglich nicht, keins mehr da ;) . Aber kein Problem wir schließen gg. 01:00 und mein Weg zum Zelt ist irgendwie nicht mehr gerade..... Tja alles für die Völkerverständigung.....




Dienstag, 30. Juli 2024

Sverige 2024 - Anreise und 1. Nacht wildcampen

 Zwei Camperbusse und ein Quaddel machten sich auf den Weg nach Schweden. Wir starteten bei norddeutschem Sommer sprich Regen und max Scheibenwischerstufe in Meck-Pomm. Kurz vor Rostock klarte es auf und wir erreichten mit Quaddel als erstes die Fähre Rostock-Trelleborg. Die Busse folgten auf dem Fuße und wir trafen uns alle auf dem Sonnendeck der, btw größten kombinierten Eisenbahn/Auto/Passagierfähre der Welt, der Skåne. Ich hatte bei der letzten Fährüberfahrt 2023 nach Norge gesehen das sich Leute ihr eigenen Sonnenstühle aus den Caravans mit aufs Deck nahmen, dass fand ich ne saugeile Idee und nahm meinen Campingstuhl auch mit. Und siehe da Sitzplätze/Stühle aufm Sonnendeck sehr rar. Der Rest der Sippe eroberte nach und nach die erforderlichen Stühle sodass fast alle sitzen konnten. Nun war dann aber eine gute Logistik notwendig die Eroberungen nicht zu verlieren. Seatsharing war angesagt, es durften immer nur 2-3 gleichzeitig unseren Sonnendeckplatz verlassen um Essen/Toitoi usw. aufzusuchen. 6 Stunden auf der Fähre, das muss man auch mögen, uns war es zu lang. Auf der Fähre teilt uns Steffi dann noch mit das auf dem Zeltplatz den wir in der Nähe von Trelleborg reserviert hatten kein Alkohol erlaubt wäre. OMG absolutes NoGo, wir beschließen weiter bis Karlshamn zu fahren um an einem Badeplatz an der Ostsee uns einfach hinzustellen/wildcampen. Wir kommen dort gg. 20:30 an und befördern als gleich den in Quaddel verstauten Gasgrill samt Gasflasche heraus um das Wildschweinfilet von Stefan zuzubereiten. Der Rest ist mit Herrichten der Busse/Nachtlager beschäftigt. Stefan und Andreas beschließen in einer Biwakhütte in der Nähe die Nacht zu verbringen, der Rest pennt in den Bussen und ich werfe hastig mein Zelt in die nähere Umgebung. Das Filet wird mit meinem handmade Nudelsalat  und diversen Berner-Würstchen für die Kids serviert. Das Wildschweinfilet ist der Hammer und gg. 23:00 machen nach langem Tag dann endlich alle Bubu.

 



Freitag, 7. Juli 2023

Summer is back

Nahe Farsund, Donnerstag

Das doch durchwachsene Wetter der letzten Tage ist durch. Sonne ist angesagt. Auch heute geht es wieder früh raus, die Reiseleitung hat einen Atlantikausflug auf dem Programm. Es geht Richtung Farsund, Andi möchte einen ganz Großen aus dem Wasser ziehen. Doch dazu später. Erstmal ist Sightseeing an der Küste angesagt und Quaddel bringt uns mit gewohnter Zuverlässigkeit gen Küste.
Das Örtchen liegt direkt an der Nordsee  und der Weg dahin führt über Apta (den Kringel über dem a spare ich mir an dieser Stelle mal kurz). Quaddel genießt die gute Luft auf einem weiträumigen Parkplatz. Wir setzen unseren Weg zu Fuß fort. Weiße Häuser, direkt bis runter an die Kaimauer gebaut. Schnuckelig. Oder hyggelig. Oder wie man auch immer sagt. Die Holzbeplankung knarzt etwas. Die Bootsliegeplätze können sich sehen lassen. Die Boote auch. Wir schlendern durch die Stadt und genießen das Flair.





Kurze Mittagspause. Nächstes Ziel ist der Leuchtturm von Lista. Unterwegs lockt ein Wegweiser: Nordberg Fort. Der Atlantik Wall. Geschichte. Nun, wir passieren die Kreuzung und lassen unser Ziel nicht aus den Augen. Nicht einmal der einladende Sandstrand lenkt Quaddel ab. Draussen ziehen Frachter vorbei. Der Leuchtturm steht direkt an der Küste und ist offenbar auch bei Ornithologen ein beliebtes Ausflugsziel. Auch hier: Atlantikwall. Jackpot. Wir besichtigen ein paar Stellungen und dann geht es rauf. Halbstundenweise kann man den Zugang buchen. Torfte beäugt das Ganze kritisch. Andi und Rob meistern den Aufstieg und genießen die doch windige Aussicht. Dann geht es auch schon zurück - mit kurzem Haltepunkt an eben jenem traumhaften Sandstrand. In der Ferne setzt ein Heli irgendwen auf einem Frachter ab.






Schnell noch Fische für den Grillabend am Freitag am Fedafjorden fangen. Bliebt bei einem. Dafür kann der sich sehen lassen und wird Andreas noch sehr gut munden. Er taugt schon als Angellehrer...




Skrelia, Freitag

Ausschlafen. Heute ist bei bestem Sommerwetter Wandertag. Natürlich starten wir gut gestärkt mit Andis berühmten Rührei. Quaddel hat mittlerweile Bergschlappen und es geht nach Skrelia. Einspuriger Feldweg, etwas Schotter. Torfte hat Spaß. Ein Wandergebiet nahe Lyngdal, ca. 300 m über dem Meeresspiegel gelegen. Wir treten eine gut 2.5 stündige Rundtour an und genießen die südnorwegische Natur. Los geht es mit dem Skrelifossen, von dort zu einem Aussichtspunkt, von dem man über den Fjord bis hin zum Atlantik blicken kann. Die Rundtour geht weiter um den Sandvatnet (201.8 m ü. n. N.), zu Rassvaeta, einer alten Dorfburg. Von da zurück zum Parkplatz.





Da dies unser letzter ganzer Tag ist, beschließen wir den späten Nachmittag bei Sonne auf unserer Veranda zu verbringen und bereiten unser Abschlussgrillen vor. Es gibt Salmo (vom Meister fachmännisch präpariert) und Bos, dazu Rosmarinkartoffeln und einen guten Tropfen. Während der Vorbereitungen für das Abendbrot kommt unser Hausherr vorbei - er ist mittlerweile aus dem Urlaub zurück - und macht uns seine Aufwartung. Das Abendbrot kann so bleiben, gerne öfter. Eigentlich müsste man jetzt noch eine Woche in dieser traumhaften Ruhe dranhängen. Etwas Wehmut.
Irgendwann treiben uns dann doch die Gnitzen in das Herrenzimmer und wir lassen dort den Tag entspannt ausklingen...




Mittwoch, 5. Juli 2023

Norge 2023 - Flekkenfjordsbanen

 Schon bein ersten Ausflug nach Flekkenfjord auf der Suche nach Lebendködern für Andreas erspäte ich Gleise in selbigem Ort. Klar als Eisenbahn-Fan gleich mal schauen was es mit diesen Gleisen auf sich hat. Mit Robert direkt am Gleis geparkt und geschaut was hier los ist. Ahh wir sehen Draisinen, schön. Wir stürmen den alten Güterschuppen am Gleis in dem es wohl die Tickets gibt. Der nette junge Man meint 700NK für 4 Personen und 4 Stunden Fahrt auf der ehem. Streke Flekkefjord - Sira. Klingt für mich erstmal super und DocRob nickt zustimmend. Ein Tag mit schönem Wetter und wir machen die Tour, ist gebongt. 

So nun heute war der auserkorene Tag auch Andreas hat Interesse und kommt mit. Wir starten 10:15Uhr und sind punkt 11Uhr an den Gleisen. Ich fülle das Formular mit den Sicherheitshinweisen aus, natürlich ohne zu lesen. Der Chef erklärt kurz was Phase ist und das wir egal wo wir auf der Stecke sind um 14Uhr umdrehen sollen um zurückzufahren. Erst dachte ich na gut damit seine Draisinen um 16Uhr wieder im Bahnhof stehen, doch weit gefehlt, aber dazu später.

Wir schnappen uns die Sicherheitsausrüstung Helm, Weste und Stirnlampe, ich frage noch ketzerisch ob wir die Lampe wohl brauchen, der Chef sagt ja. OK wir werden sehen. Gleich nach dem Start geht es in einen Tunnel, der ist lang, sehr sehr lang und dementsprechen dunkel... Ok aus wir werden sehn wird gleich am Start wir sehen nix. Die nächsten Tunnel auf der Strecke sind dann eher kurz aber trotzdem erstaunlich kalt. Wir tauschen munter durch wer strampeln darf sind ja nur 2 Antriebseinheiten s. Bild


Wir sind die 2. Draisine die startet und werden bei der ersten Pause überholt. Dafür muß die Draisine vom Gleis runter und wieder drauf. Verdammt schwer das Biest manno, selbst zu dritt! Und da fällt uns ein die Weiterfahrt sollte möglichst so verlaufen das wir das Ding nicht so oft vom Gleis heifen müssen. Darüber herscht große Einigkeit ;) .

Es geht fast die ganzen 14km bergauf auf 88,5 ü.NN. und nach 1:30h erreichen wir eine Brücke die offensichtlich gesperrt ist und das Ende der Hinfahrt bedeutet. Der Ausblick unterwegs über den Lundevatnet ist schon beeindrucken, wenn auch für mich als Höhenuntauglicher etwas zu hoch. Denn es geht rechts und links der Strecke teilweise "weit runter" und das steil. Auf unserer Fahrt ist uns aufgefallen das der Bahndamm nicht an allen Punkten die Möglichkeit bietet die Draisine für entgegenkommende vom Gleis zu nehmen. Nach und nach treffen am Endpunkt nachfolgende Draisinen ein, und wir merken schon keine gute Idee sofort die Rückfahrt anzutreten. 

Ich sagte noch jetzt müste der Chef kommen und uns sagen wann die zuletzt gestartete Draisine bei uns aufschlägt sodas wir zurück können. Zustimmung der Kollegen. Gerade fertig mit dem Satz kommt er an der Station mit einem Auto angefahren mit Mülleinern auf dem Anhänger. Ich frage gleich ob es wohl Sinn mach bis zu dieser Ominösen 14:00Uhr s.O. mit der Rückfahrt zu warten und klar logischerweise macht das bei einer eingleisigen Strecke Sinn ;) . Gut wieder was dazugelernt. Wir schnacken noch mit ihm warum der Rest der Strecke nicht befahrbar ist und erzählen ihm das wir festgestellt haben das die Gleise von Thyssen bzw. von Krupp sind. Er lacht und meint "ja sehr gute Qualität made in Germany". Wir warten also die Stunde und das war gut wir hätten die Draisine bestimmt 10 mal hochnehmen müssen, wenn man betrachtete wer noch so alle nch uns gestartet war.  

Gut Punkt 14:00Uhr machen sich langsam alle auf den Rückweg der nun günstigerweise Bergab geht und zu treten ist also fast Nichts mehr, nur bremsen. DocRob hat seinen Spaß dabei ;). Ich versuche immer so auf der Draisine platziert zu sein das ich zur Felsseite sitze, wg. der Höhe ;). 15:00Uhr sind wir dann wieder am Startpunkt angekommen und alle stellen fest sehr nette Tour. Andreas ist mit dem Hausbesitzer noch zu einer Angeltour verabredet um 17:00Uhr wir fahren also wieder zurück zum Haus. Schön wars ;)





Dienstag, 4. Juli 2023

Zum Zentrum der Erdöl und -gasindustrie Norwegens

 Mittwoch, Nähe Storekvina

Heute war früh aufstehen angesagt, es sollte nach Stavanger gehen. Die Stadt Stavanger gilt auch heute noch als das Zentrum der norwegischen Erdöl und -gasindustrie. Stadtrecht gab es recht früh, wohl Dank der Kirche schon im 12. Jahrhundert, das Marktrecht folgte im 15. Jahrhundert. Irgendwann im 19. Jahrhundert kam dann Industrie, 1972 Statoil und das Oljedirektoratet, die Norwegische Ölbehörde. Der Rest ist Geschichte. Aber wir waren ja bei früh aufstehen. Der Wecker hat schon um 0900 geklingelt, zügig ging es ans Frühstück, Herstellung der Marschbereitschaft. Abfahrt dann um 1015. Sportlich. Siggi war nur in leidlich gutem Zustand, das lag aber vor allem an der niedrigen Moral mangels Einsatz. Quaddel durfte im Gegensatz dazu ran, war auch nicht ganz zufrieden. Vmax war ja wieder nicht dreistellig. Vor uns lagen entspannte knappe drei Stunden Fahrt auf der E39.



 Stavanger, Oljemuseum

Parkhaus mitten in der Innenstadt, keine Schranken, Videoüberwachung. Bei schönstem Sonnenschein stiegen wir aus, unser erstes Ziel war nicht weit. Das Norsk Oljemuseum. Das moderne Gebäude stellt eine architektonische Interpretation des norwegischen Gebirges, der offenen Küste und Ölplattformen im Meer da. Wir erwerben Tickets, und hinein geht es. Das Museum ist didaktisch modern, und die Thematik sehr ansprechend aufbereitet. Verschiedene Stationen laden zum mitmachen ein. Los geht es am Petrorama mit Geschichte, genauer gesagt internationaler Rechtsgeschichte 1958, der beginnenden Suche nach Öl, den ersten Funden, der Entwicklung und Industrialisierung. Auch Unfälle, Transport, Handel und globale Aspekte werden anschaulich beleuchtet. Danach bewundern wir die Entstehung von Öl, verschiedene Modelle von Bohrinseln und Schiffen. Besonders beeindruckend sind z.B. Statfjord B (1:33; exakte Kopie mangels CAD Modell zur Funktionsprüfung für die bauenden Ingenieure) oder Troll A (1:100; die größte Condeep die Norwegen je erbaut hat). Bohrkronen, Rettungskapseln, Taucherglocken und das Bohrdeck. Zum Abschluss tauchen wir noch in die Tiefe ein - genauer eine fantastische Lichtinstallation die die Förderung unter Wasser aufbereitet. 




 Stavanger, Hafen und Gamle Stavanger

Das Wetter hält und wir schlendern durch die Innenstadt Richtung Hafen. Gamlestavanger nehmen wir auch gleich noch mit. Davor jedoch kehren wir kurz ein, nehmen einen Imbiss zu uns. Bis zum Abendbrot dauert es ja noch ein wenig. Highlight im Hafen ist eine Elektrofähre zum Pleikestolen - 2.5h Fahrtzeit - ein Punkt fürs nächste Mal. Gamlestavanger schließt sich direkt an und durch kleine weiße Häuschen machen wir einen Spaziergang. Lächeln. Videoüberwachung. Zurück zum Auto ging es wieder am Hafen entlang, diesmal dann allerdings Richtung Dom. Leider noch bis 2025 eingerüstet. Schade. Aber auch hier ein Argument noch einmal vorbeizuschauen.





 Rückweg. Irgendwo am Lundevatnet

The Transporter verweigert Quaddels Fahrt auf dem Tronåsen wegen mangelnden Bergschlappen. Am Geopark halten wir trotzdem kurz und genießen die schöne Aussicht. Auch ans Ende, Bakke Bro, fahren wir nochmal hin. Eine Hängebrücke erbaut 1844. Andi merkt die Verwendung von Torxs in der Oberflächenbeplankung an, während im Fluss unter uns ein Angler erstmal gepflegt einen Fisch rauszieht. Hier wäre wohl der eigentliche Endpunkt der Draisinenstrecke? Der Rest der Heimfahrt verläuft ereignislos, Bierstopp, Abendbrot. Morgen Draisine ab Flekkefjord.




Montag, 3. Juli 2023

Unter Tage

 Samstag, Nähe Storekvina

Ein Mann weniger. Das Frühstück war gerade vorüber als den verbliebenen drei die Nachricht über das moderne Kommunikationsgerät tickerte. Quaddels gestrige Kommandoaktion war erfolgreich, das Paket sicher angekommen und in Obhut genommen worden. Die Überfahrt war wohl von schwerem Seegang geprägt. Ein Blick nach draußen spiegelte das wieder. Regen. Was tun? Die Daten eines großen Schweizer Wettermannes zeigten eine kleine Lücke für den frühen Nachmittag auf. 


Kurz nach Mittag ging es los Richtung Lyngdal. Zwischenstopp im Angelladen, Andi musste seine Pilker auffüllen. Zielstrebig ging es weiter. Richtung Nordsee wurde es schon wieder diesig. An der alten Straße hielt Quaddel und alsbald machten ein Spezialist für Makrele, ein Spezialist für Dorsch und Andi das Fanggerät bereit. Die Übung zahlte sich aus und in kurzer Zeit standen alle drei am Ufer. Nieselregen setzte ein, die Kapuzen wurden, so vorhanden, übergeworfen. Es dauerte nicht lange bis sich Erfolg einstellte. Insgesamt allerdings deutlich zäher als vor einigen Tagen. Kurz vor Schluss hatte auch Andi endlich Erfolg am Fjord, und es ging wieder zurück. Resteessen zum Abendbrot. Tagesausklang bei Chips und Bier und Deadpool 2 auf der Flimmerkiste.

 Sonntag, Knaben

Nach einem reichhaltigen Frühstück, und bei bestem Wetter, Aufbruch gen Norden zu unserem Tagesziel: Knaben. Hier hatten wir in den Vortagen eine alte Bergbausiedlung samt Bergwerksmuseum recherchiert. Nach einer schönen Fahrt, weitgehend entlang der Kvina, kletterten wir auf fast 600 m Höhe und erreichten Knaben. Heute scheinbar ein beliebtes Winter?urlaubsziel. Jedenfalls jede Menge Skihütten. Das Bergwerk war offenkundig schon länger außer Betrieb - seit 1973 wie wir später lernten. Der im Denkmal vor dem mutmaßlichen Eingang verewigte Bergmann trug weder Helm noch Maske zum Schutz. Es dauerte nicht lange und weitere Gäste, sowie der Tourguide des Gruvenmuseum trafen ein. 

Pünktlich um 1300 ging es los mit einem kleinen Film und Erläuterungen des Tourführers auf verständlichem Norwegisch. Zunächst zu den Dimensionen: Das Bergwerk insgesamt erstreckte sich unterirdisch über eine Länge von etwa 1,200 m, die maximale Tiefe war ca. 280 m (in 19 Stockwerken). In der Tat wurde in Knaben ab 1885 also für fast hundert Jahre Molybdänit gefördert. Dieses metallisch glänzende bleigraue Mineral ist das wichtigste zur Gewinnung von Molybdän und hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten, insbesondere in Stahllegierungen zur Härtung, aber auch als Schmierstoff oder in Halbleitern. Ersteres machte es im zweiten Weltkrieg interessant und Knaben als Standort der einzigen Molybdänitmine in Europa für die Kriegsparteien wichtig. Zweimal wurde der Ort von den Alliierten bombardiert, die Deutschen stationierten bis zu 1,000 Soldaten zum Schutz. Anschließend ging es in den Hauptschacht, wir besichtigten das Dynamitlager, den großen Brecher und den Förderturm. Von dort hatte man einen grandiosen Blick auf die Abraumhalde und die umliegenden Berge - die locker an den Tausend kratzten. 

Dann ging es leider auch schon wieder nach Hause. Vortäglich gefangenen Fisch und Weiteres zubereiten und dem Grill und sodann dem eigenen Genuß zuführen.





Samstag, 1. Juli 2023

Norge 2023 - Mal eben schnell nach Oslo

 Nachdem der Soeren am Vortag richtigerweis beschlossen hatte vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen die Heimreise anzutreten, planten wir nun wie das wohl zu bewerkstelligen sei. Die Rückreise mit seinem eigenen Auto "Siggi" war keine Option da wir drei Verbleibenden Urlauber nicht mit meinen Auto "Quaddel" aus Platzgründen heimfahren können. 2. Variante Soeren bis an die Fähre nach Kristiansand-Hirtshals kutschen und er fährt dann mit dem Zug von Hirtshals nach Magdeburg. Diese Verbindung Fähre+Zugfahrt ist an einem Tag nicht zu bewältigen, passt also nicht, Mist. 

Günstigerweise kommen die Eltern des Soeren am Samstagvormittag in Kiel von einer Norwegen-Kreuzfahrt zurück und wollen von dort dann heim nach Magdeburg. So, wie kriegen wir den Soeren nur also nach Kiel? Nun ja die Norge-Erfahrenen kennen alle Fährverbindungen ;) auch die Übernachverbindung Olso-Kiel mit der Color-Magic oder Color-Fantasy. Gut den Rest macht dann Google-Maps und wir ermitteln eine Fahrzeit vom Haus nach Oslo-Fähre von 5-6h je nach Verkehr. Ok erstmal ein guter Plan, ich biete mich an Soeren zu transportieren und Quaddel wippt voll Vorfreude mit den Vorderrädern. Soeren bucht die Fähre Oslo-Kiel und der Plan steht.

Um die Fähre pünktlich zu erreichen einigen wir uns auf 6:00 Uhr Abfahrt am Haus also aufstehen um 5:30Uhr. Ich überlege nach dem Aufstehen wann ich das letzt mal so früh aufgestanden bin. Es fällt mir nicht ein, muß sich also um Äonen handeln. Aber die Stimmung ist gut da auch die anderen beiden extra für den Aufbruch aufgestanden sind. Gut, kurz duschen und nen Happen essen, 6:10Uhr dann Motorstart, Soeren winkt seinem Siggi nochmal zum Abschied und Abfahrt. Die beiden verbleibenden stehen leider nicht wie erwartet mit weißen Taschentücher auf der Veranda und winken zum Abschied, na dann eben nicht ;)

Wir kommen gut durch und sappeln so über dies und das. Quaddel indes ist etwas säuerlich und mit Vmax 110km/h nicht einverstanden( ich kann ihn verstehen ). Seinen Unmut gestikuliert er in dem er mehr oder weniger unregelmäßig sein System samt Navi neustartet. Ich würde ihm ja den Gefallen tun und das Pedal ganz rechts stärker durchtreten aber der Soeren wiest mich auf die horenden Strafen hier in Norwegen hin und Quaddel und Ich fügen uns unserem Schicksal. Der Tempomat übernimmt und wir rollen an Kristiansand, Arendal, Larvik und Grammen gen Oslo. Während wir zum Anfang die E39/E18 fast für uns alleine haben wird es ab Grammen dann voller und ähnelt einer deutschen Autobahn, nur ohne die schönen Schilder mit grauen Streifen auf weißem Grund ;)

Der Fähranleger ist schnell gefunden die Color-Fantasy liegt auch in voller Pracht am Kai und der Soeren bekommt sehr zügig sein Ticket. Ich dränge auf einen zügigen Abschied da auf der Anreise in Oslo der Gegenverkehr recht stauig war und ich da ja wieder zurück muß. Kurz hinter Oslo löst sich dann der dicke Verkehr auf und der Rest der Fahrt zum Haus verläuft ohne Vorkommnisse, Ankunft 18:15Uhr. Insgesammt 833km in 11:01h bei 5,5l/100km und 76km/h im Schnitt, also mal eben schnell nach Oslo ;)