Dienstag, 15. September 2026

Vorpommern 2026 - Hansestadt


Dienstag, Hansestadt Stralsund

Kommen wir nun zum eigentlichen Zweck dieser Veranstaltung, ich meine Reise. Besuch der alten Hansestadt Stralsund. Stadt seit 1234 (kann man sich gut merken, da freuen sich alle Schulkinder haben wir im Lauf des Tages gelernt), ist Stralsund die älteste Stadt Pommerns. Gründungsmitglied der Hanse. Reich. Backsteingotik wohin das Auge blickt, und dafür, zusammen mit Wismar, seit 2002 Weltkulturerbe. Von weither sichtbar ist die Brücke über den Strelasund nach Rügen. Dahinter, oder daneben, die blaue Schiffbauhalle der Volkswerft. Ja, das war das Ziel des heutigen Tagesausflugs. Dafür haben wir uns alle kräftig gestärkt. Also fast. Ein kleiner Nimmersatt wollte heute keinen Porridge, sondern lieber Mamas Körnerbrot mit Teewurst. Okki wurde wie jeden Tag beladen und steuerte mit tschechischer Zuverlässigkeit den auserwählten Parkplatz am Hafen an. Der lag direkt beim Ozeaneum - einer unserer Schlechtwetteroptionen - und schon auf den letzten Metern erhob sich vor uns majestätisch die Takelage einer weiß gestrichenen Bark. Ja, da kann man dann schon einmal hinschauen. Alle absitzen, entladen, und Marschbereitschaft herstellen.

Gesagt, getan, und wir starteten die Erkundung von Stralsund mit einer kurzen Orientierung am Stadthafen, wobei Papa natürlich erstmal einen genaueren Blick auf die Gorch Fock warf. Deren Besichtigung wurde allerdings vertagt. Zunächst hieß es kehrt marsch, und wir marschierten Richtung Alter Markt um die historische Altstadt zu besichtigen. Der alte Markt lag ganz im Schatten von Nikolaikirche und Stralsunder Rathaus. Aber auch der Rest am Platze konnte sich sehen lassen. Erstmal die Touri-Info stürmen und mit Kartenmaterial, sowie einem neuen Kugelschreiber ausstaffieren. Der einsame Mitarbeiter hatte jedenfalls eine Engelsgeduld mit den vor mir anstehenden älteren Semestern und ihren Problemen. Lina winkte derweil wartend von draussen. Hach, naja. Manche Dinge brauchen eben Zeit. Von hier ging es dann weiter durch die Fussgängerzone Richtung neuer Markt. Eine fast schon typische, belebte aber normale Innenstadt könnte man meinen. Ja könnte man, wenn da nicht immer wieder die Prächtigkeit einzelner Bauten, oder eine Nebenstraße runter, den Blick auf sich lenken würde.  Lina setzte sich freiwillig in den Kinderwagen. Tuch drüber. Bald gesunder Kleinkindschlaf. Sooo wichtig.

In eine der Nebenstraßen biegen wir ein und nähern uns dem Meeresmuseum. Das ist im ehemaligen Katharinenkloster, ein imposanter Bau, untergebracht und hat schonmal einen sehr netten Eindruck hinterlassen. Im Hinterkopf formulierte sich die Frage Ozeaneum vs. Meeresmuseum. Die wurde jedoch von der KI eines großen Unternehmens dessen Motto einst "Don't be evil" war schnell und kompetent beantwortet. Beide bedienen thematisch unterschiedliche Bereiche und sind konzeptionell verschieden. Aber beide sind sehenswert. Eine Renntiergang crashte in uns. We took evasive maneuvres, und bogen links weg. Kleiner Umweg, über die Frankenstraße dann aber doch zurück zum neuen Markt. Hier war Markttag, und wir schmökerten gemütlich über den Platz. Natürlich mit mittlerweile erstandener Bratwurst vom Eck. Ah, lecker. Zack, eingekauft und weggeatmet. Ein bisschen frisches Gemüse hier, ein Körnerbrot da. Und schon standen wir vor der Marienkirche. Dieses imposante Bauwerk war wohl auch schon sechs- oder siebenhundert Jahre alt und hatte einen wirklich hohen Turm. Der war wohl bis 1647 das welthöchste Bauwerk. Superlative an der Ostsee. Und auch innen konnte sich mit eindrucksvoller Architektur und Ausstattung sehen lassen.

Nach der Kirchenbesichtigung kurze Verschnaufpause. Wohin? Fünf Minuten Fussweg entfernt war die alte Spielkartenfabrik. Heute Museum. Hin da. Hier wurde industrielle Spielkartenproduktion quasi erfunden. Dass heute überall Altenburger draufsteht? Geschenkt - die Stralsunder inklusive ihrer Maschinen sind dahin quasi irgendwann emigriert, konnten wir lernen. Tolle Technik. Ich kaufe mir ein neues Skatblatt. Dann machen wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Lina wird wach. Wir machen Boxenstop in einem riesigen, zweietagigen DM-Laden. Dann geht es weiter Richtung Parkplatz, umladen. Ich buche schon einmal zwei Tickets für die Hafenrundfahrt. Strelasund, um Dänholm rum. Deutsche Land kann digital. Wir boarden eine Brücke weiter, und werden mit einer netten kleinen Bootsfahrt, etwa eine Stunde, unterlegt mit Anekdoten und Wissenswertem vom Kapitän bei bestem Wetter belohnt. Auf dem Rückweg zum Auto machen wir noch beim Töpferladen und bei der Gorch Fock halt. Jeweils mit Besichtigung. Dann ist der Tag in Stralsund auch schon um und wir back to base. 

Zum Abend gibt es leckere Nudeln. Derzeit Hoch im Kurs, und wir lassen den Abend dann entspannt ausklingen.





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