Montag, 14. September 2026

Vorpommern 2026 - Reise durchs Hinterland

Montag, Bad Sülze

Nachdem wir jetzt zwei “Strandtage” hinter uns hatten, und gestern auf dem Heimweg ja einiges schon geschlossen hatte, und auf der todo Liste ja auch schon was stand…

Programm für heute: eine Tour durchs Hinterland. Muss auch mal sein, und ja, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das Wetter war gut, Schlaf auch, Frühstück auch. Der Urlaubstag kann beginnen. Das Navi erhielt direkt die Zielkoordinaten für die Wunderquelle. Die war im kleinen Örtchen Kenz zu finden, eine knappe Viertelstunde entfernt. Ort und Quelle samt Maria Pomerana waren wohl schon im dunklen Mittelalter bedeutender Pilgerort, in dem auf wundersame Weise Heilung zu finden war. Der Brunnen wurde im 18ten Jhd wiederentdeckt, es entwickelte sich hier ein reger Kurbetrieb im ersten Kurbad Vorpommerns. Dieser fand erst mit dem Aufkommen der Seebäder sein Ende. Nun waren wir hier, Lina erkundete die Umgebung, ich schaue auf dem Weg zur Backsteingotik noch in die Kirche St. Marien rein. Da liegt wohl seit 600 Jahren ein Herzog und sein Kenotaph.




Weiter ging es, heute war die Schaumanufaktur geöffnet. Hier war der Bernstein. Kurz vor Öffnungszeit waren wir ausnahmsweise mal nicht die Ersten. Aber es war schon offen, also rein und die Verkaufsausstellung bewundern. Die Vorstellung ein ganzes Zimmer aus dem Material, … lassen wir das. Das liegt bestimmt in einer Kiste “Property of US Dept. of Defense” und wurde schon vor langer Zeit von einem Doktor Jones außer Landes gebracht. Oder in einem Depot in St. Petersburg. Oder sonstwo. Jedenfalls jede Menge Klunker, mit Schauwerkstatt und selbst machen. Das verschieben wir aber auf in ein paar Jahren, wenn Lina alt genug ist, und machen stattdessen weiter. Apropos Lina. Gesunder Vormittagsschlaf liegt an. 


Also fährt Okki Richtung Marlow durchs Untere Recknitztal. Irgendwie hügelig für Küste. Aber statt endloser Ackerfläche mal saftige grüne Natur. Sehr schick. Zwischenstop Pantlitz. Dorfkirche. Mordsschlüssel. Wegen Namensverwechslung nicht gesprengt. Ein Cache im “Burgwall”. Weiter geht es nach Marlow. Die Kirche, ca. 1244, evangelisch. Geschlossen. Von da weiter zum ersten der drei Schlösser: Kölzow. Ein Landhaus mit Riesenpark dran. Heute Hotel. Die Kirche des Ortes ist eine Feldsteinkirche, aus dem 13. Jhd, evangelisch. Geschlossen. Also weiter Richtung Bad Sülze. Das ist - na, klar, auch Kurort, aber mit Salzgeschichte - hat auch eine tolle Backsteinkirche, 13. Jhd, evangelisch. Und irgendwas mit Salz. Zurück zur Kirche. Geschlossen. Zunächst. Einen Schlüssel gibt es im Cafe gegenüber. Also nix wie hin. Der war schon verliehen. Aha. Ich beäuge noch kurz die Karte, da ich im Cafe auch ein Schnitzel erspähe (Mittagshunger) und wieder raus. Na, ein älterer Herr kommt mir entgegen. Schwubbs, komme ich in den Besitz des Kirchenschlüssels und fröne kulturhistorischen Werten. Danach konsultieren wir noch einmal alle die Karte und entscheiden uns, den Mittag hier im Cafe zu verbringen. Wunderbar. Und sehr, sehr lecker.





Dann geht es auch schon weiter, aus der historischen Altstadt heraus, und Richtung Salzmuseum. Dahlienshow am zweiten Septemberwochenende? Das ist zwar schon um, Okki steuert kurzerhand trotzdem den Parkplatz an, und wie besichtigen einen tollen, farbenprächtigen Dahliengarten direkt neben dem Salzmuseum (samt Minigradierwerk). Für Lina gibt es dann noch Rutschenäggschn.




Ab hier geht es gen Basis zurück. Allerdings nicht ohne noch zwei weitere Schlösser auf der Route und die Ölmühle anzusteuern. Dabei nehmen wir natürlich auch noch ein paar Kirchen mit. Wie z.B. die in Eixen. Eine Dorfkirche aus Feldstein, 13. Jhd, evangelisch. Geschlossen. Das “Schloss” in Plennin, naja. Forget it. Je nach Anfahrtsrichtung etwas schwierig zu erfahren. Google meint es da gut mit der Interpretation von “Strasse”. Und es ist irgendwie auch nicht besonders viel zu sehen, Das Ding steht leer und scheint einfach zu verfallen. Da ist das Schloss in Semlow schon etwas anderes. Erbaut im Stil klassisches Herrenhaus, ca. 200 Jahre alt, geplündert, teilweise zerstört und wieder aufgebaut. Hat allerhand erlebt und sieht, nun ja, eher schlicht aus. Na wenigstens Geschichte. Die Kirche daneben? Dorfkirche Semlow, Ende 12. Jhd, evangelisch, geschlossen. Dann eben weiter zum Schloss Schlemmin. Das sieht wirklich wie ein Schloss aus. Mit Wassergraben, schnieker Vorplatz. Heute ein Hotel mit Restaurant. Naja, dann eben zur Mühle. Die Dorfkirche in Schlemmin, 13. Jhd, evangelisch, da weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob die geschlossen ist. Ich hatte von der evangelischen Willkommenskultur für heute die Schnauze voll.



Es ging direkt weiter Richtung Mühle, noch etwas nach Mehl und Öl stöbern und dann nach Haus. Morgen steht dann Stralsund auf dem Programm!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen