Sonntag, Fischland-Darß-Zingst
Heute haben wir unsere Ausflugszeit etwas besser nach dem Frühstück getimt, und Okki hat auch extra einen Umweg eingelegt. Lina konnte einen kleinen Vormittagsschlaf und wir die Landschaft genießen. Der Weg führte über kleine Straßen, vorbei am Wunderbrunnen und am Ostseeflughafen Stralsund-Barth. Ersteren setze ich vor dem geistigen Auge auf die Liste. Hier kommen wir sicher noch einmal entlang. Dann ging es wieder Richtung Bodden. Wiederum ließen wir Barth hinter uns und die Fachwerkträgerbrücke erscheint vor uns. Aber vorne Halt. Rote Leuchten, Schranken die sich absenken. Da wird doch wohl kein Kahn langschippern? Doch, wird. Lina schläft. Mist, wir müssen sowieso halten. Ich steige aus und gehe den Fußgängerteil bis ganz nach vorne. Langsam hebt die Hydraulik die Fahrbahn. Aus östlicher Richtung kommt ein Segler mit Hilfsmotor. Zwei Mann an Deck, das Boot gleitet elegant durch die Fahrrinne. Kaum durch beginnt sich die Fahrbahn wieder zu senken, und ich mache zurück zu Okki. Weiter Richtung Prerow. Das ist ein Ostseebad auf dem Darß, und da der Anblick irgendwie so terroristisch wie Zingst war, beschlossen wir hier einfach mal nur durchzufahren. Darßer Leuchtturm und Nothafen auf die Ersatzliste. Stattdessen ging es weiter nach Ahrenshoop.
In Ahrenshoop suchten wir uns einen schicken Parkplatz. Kein Problem, auch dieser Ort triefte vor Strandtourismus. Und vor Kunst. Und angeblich gab es hier noch historische Landesgrenzen. Triumph! Schicker Wagen. Okki hielt gleich gegenüber. Augenkontakt. Von hier aus wollten wir die Hohe Düne erwandern. Linas Buggy betriebsbereit, Snacks und Getränke eingepackt. Lilly auch. Es wurde letztlich nur ein schöner langer Spaziergang, hin und zurück etwa zwei Stunden. Vom Kunstmuseum den Weg zum Hohen Ufer entlang, die Aussicht auf der Hohen Düne genießen. Ja, hier pfiff der Wind. Der Wellenbrecher unter uns war definitiv gut angelegt. Dann südwärts, oberhalb des Strandes die Küste entlang durch Ginster, vorbei an verkrüppelten Kiefern und Lebensgefahr-Schilder. Der Weg war gewissermaßen eine Touriautobahn, nicht zu voll, und immer mal wieder Zweiräder. Auch mit Cheaterausstattung. Auf halbem Wege trennten sich unsere Wege kurz in Pause und Besteiger des Bakelbergs. Das ist mit 17,9 Metern die höchste Erhebung auf dem ganzen Fischland-Darß. Lina und ich konnten diese Höhe unter größten Anstrengungen bezwingen. Naja, dann ging es weiter, Richtung Wustrower Strand. Hinweisschilder für alte NVA Bonker. Absperrungen, Lebensgefahr. Da müsste man klettern. Das war leider nicht drin. Kurze Zeit später dann aber das Ziel und ein toller Ausblick auf die Hohe Düne. Lina war ab hier eher mit Lilly beschäftigt.
Wir machten ein paar Fotos, dann ging es zurück. Die Zeit schritt voran, und wir nahmen noch einen Cache mit. Am Auto war einstimmig Wunsch nach Mittag. Nur wo zum Kutscher? Wir wählten einen Futtertempel in der Nähe und ab ging es. Den erreichten wir nach circa fünfzehn Minuten, es gab lecker Steak, Dorsch und Nudeln mit Jagdwurst. Man muss ja früh an die Klassiker der Küche heranführen. Auch den Rückmarsch konnten wir hier plotten. Noch ein paar mal gerutscht (erraten, den Spass gab es nicht für Mama und nicht für Papa) und dann ging es über Ribnitz-Damgarten heim. Kurzer Stop an der Schaumanufaktur. Irgendwas mit Bernstein. War wohl lokal ein Ding. Aber zu. Also weiter. Gut Behrenshagen? Mitgenommen. Eigentlich ein kulturhistorischer Exkurs für Papa, gab es dann Kürbisse zu bestaunen und jede Menge Kastanien zu sammeln. Danach ging es über die schon geschlossene Ostseemühle heim, dort stand zum Sonntagsabschluss noch ein Würstelgulasch auf dem Programm. Stop. Vollbremsung. Da waren sie. Die Kraniche. Ein ganzes Feld voll. Der Heimweg, ansonsten ereignislos, wurde unterbrochen, um diese Vögel des Glücks, der Wachsamkeit, der Klugheit zu bewundern.
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